Mit der gestern veröffentlichten vierten Beta von iOS 6 hat Apple für eine große Überraschung gesorgt, denn die seit frühen iOS-Tagen vorinstallierte YouTube-App ist nicht mehr zu finden und wird es laut einem Statement von Apple auch nicht in die finale Version von iOS 6 schaffen. Das Ende einer Lizenz ist also auch das Ende der prominenten YouTube-Platzierung auf dem Homescreen, trotzdem ist das Fehlen der App kein Verlust.
Seit den Anfangszeiten von iOS gab es die YouTube-App, die vorinstalliert, kostenlos und vor allem prominent auf dem Homescreen platziert die Möglichkeit geboten hat, sich YouTube-Videos anzusehen. Gestern Abend aber der mehr oder weniger laute Paukenschlag: Die YouTube-App ist in der vierten Beta von iOS 6 verschwunden und wird auch in zukünftigen Betaversionen und in der finalen Ausgabe von iOS 6 nicht wieder auftauchen. Der Grund dafür ist laut Apple die Tatsache, dass die Lizenz für das Einbinden der App in iOS aufgelaufen ist. Ob das die ganze Wahrheit ist, bleibt mal dahingestellt, es wäre schließlich vermutlich keine besonders große Hürde gewesen, die Lizenzvereinbarung zu verlängern. Stattdessen ist die YouTube-App jetzt schon der zweite Google-Dienst nach Google Maps, der vom iPhone und iPad fliegt und der Schnitt, den man bei Apple offenbar bezüglich Google machen möchte, der wird dadurch nochmal deutlicher. Ein Verlust ist das Fehlen der YouTube-App für uns Nutzer aber ganz und gar nicht.

Die mobile Seite von YouTube im Browser. Schon jetzt besser als die App
Früher hat die vorinstallierte Anwendung ihre Daseinsberechtigung gehabt: Fehlendes Flash auf dem iPhone war ein Thema, im Jahr 2012 aber sieht es etwas anders aus, die YouTube-App hat nämlich kaum Anpassungen spendiert bekommen und war zuletzt einfach nicht mehr zeitgemäß. Der Funktionsumfang beschränkte sich grob auf das Abspielen von Videos und das auch noch in eher schlechter Qualität, sobald man sich nicht mehr in Reichweite eines WLANs befand. Schon jetzt machen viele Apps in App Store einen deutlich besseren Job und beinhalten nicht nur eine schönere Suchfunktion, sondern auch manuelle Qualitätseinstellungen, um selbst zu entscheiden, wie viel mobiles Datenvolumen man für ein Video opfern möchte.
Aber nicht nur Apps von Drittanbietern sind Alternativen, um die YouTube-App zu ersetzen, auch der Browser auf dem iPhone oder iPad ist mittlerweile problemlos in der Lage, Videos von der riesigen Plattform abzuspielen. Steve Jobs hat schließlich Recht behalten und Flash ist mittlerweile so gut wie tot. Die mobile Seite von YouTube setzt stattdessen auf modernes HTML5 und damit hat iOS überhaupt keine Probleme. Auch die mobile Seite im Browser bietet viele Vorteile gegenüber der bisher in iOS integrierten App, so kann ich mir auch mobil HD-Videos ansehen und kann die sozialen Funktion nutzen: “Mag ich”, “Mag ich nicht”, “Teilen” usw.. Man kann sich auch problemlos mit dem eigenen YouTube bzw. Google-Account einloggen und so bequem auf Favoriten und Co. zugreifen. Ein Zustand, der auch Google gefallen dürfte, schließlich ist das Unternehmen ja immer hungrig auf neue Benutzerdaten. Ganz nebenbei arbeitet Google selbst noch an einer Lösung für den App Store und wird dort eine entsprechende App zur Verfügung stellen, mit der man schnell und einfach auf YouTube zugreifen können wird, bleibt nur zu hoffen, dass es kein Debakel wie bei der aktuellen GMail-App wird.
Zusammenfassend ist das Fehlen der vorinstallierten YouTube-App in iOS 6 aus Nutzersicht überhaupt kein Problem. Die Videoplattform lässt sich bestens im mobilen Browser auf dem iPhone oder iPad nutzen, besser sogar als in der funktionsarmen YouTube-App und wer gar nicht auf eine App verzichten will, der findet aktuell schon im App Store viele Alternativen, etwa FoxTube (App Store-Link*), und kann bald mit Sicherheit auf Googles eigene YouTube-App zurückgreifen.